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Hans-Georg Kessler
Projektleiter Ölsaaten

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kessler@biofarm.ch

Lein

Lein - vielfältig und abwechslungsreich

Kaltgepresste Leinsamen liefern ein schmackhaftes und sehr gesundes Speiseöl. Seit 2008 ist Schweizer Bio-Leinöl im Biofachhandel erhältlich und erfreut sich grösster Beliebtheit. Mit seinem aussergewöhnlichen Fettsäuremuster, ist das Leinöl eines der wertvollsten Pflanzenöle in der menschlichen Ernährung. Seit 2010 führt Biofarm auch Schweizer Leinsamen im Angebot.
 
Für den Biolandbau ist der Lein als extensive Kultur mit kurzer Vegetationszeit von 120 - 125 Tagen interessant. Er trägt zu einer vielfältigen Fruchtfolge bei, da er mit keiner Familie der anderen Kulturen verwandt ist. Das blaue Blütenmeer ist ein Blickfang und eignet sich bestens als Werbeträger für den Biolandbau.
 
Der Anbau von Bio-Lein wurde 2005 als Projekt der Biofarm wieder aufgenommen. Die Aussaatfläche betrug 2010 bereits 24 ha; für 2011 sind 35 ha geplant. Auch die Erträge konnten stetig gesteigert werden und die Ertragserwartung von 15 dt/ha wurde 2009 sogar übertroffen. Bei einem Produzentenpreis von Fr. 240.-/dt plus den Beiträgen für Ölsaaten und Extenso  (Fr. 1000.-/ha bzw. Fr. 400.-/ha) ist der Anbau von Bio-Lein auch wirtschaftlich interessant.
 
Die Aussaat von Sommerlein erfolgt ab Mitte März bis Ende April. Unkrautkuren vor der Saat sind die wichtigste Massnahme gegen die Verunkrautung. Als extensive Kultur benötigt der Lein relativ wenig Nährstoffe; Düngergaben erfolgen idealerweise vor oder zur Saat. Krankheiten und Schädlinge sind wenige bekannt. 


  
Goldmedaille für Bio-Leinprojekt!

Biologische Vielfalt ist Gold Wert. Mit dem Projekt „Bio Leinanbau in der Schweiz“ hat die Biofarm Genossenschaft gezeigt, dass sich Biodiversität und landwirtschaftliche Produktion attraktiv ergänzen können. Und damit die Goldmedaille geholt.

Weitere Informationen zur Prämierung finden Sie hier.


  
Interesse an Nischenkulturen steigt

Beitrag Schweizer Bauer 9. Juli 2010



Interessiert am Anbau von Bio-Lein? Hier finden Sie weitere Informationen:

Merkblatt Bio-Lein

Anbauvertrag 2012

Arbeitstreffen Hirse & Lein I 7. Dezember 2011



Interessante Inforamtionen zur Geschichte des Leinanbaus

Lein zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Seit mehreren  tausend Jahren begleitet der Lein die Menschen. Die Römer nannten ihn
linum usitatissimum, den sehr nützlichen Lein, und erkannten damit dessen grosses und vielfältiges Anwendungsgebiet. Leinsamen und Leinöl dienten der menschlichen Ernährung, aus den Fasern des Stängels wurden Tücher, Kleider und Segel hergestellt. Noch heute von grosser Bedeutung ist das Leinöl als Rohstoff für die Farbherstellung und Bodenbeläge.
 
Auch in unserer Sprache ist der Lein tief verwurzelt.  Ausdrucksweisen wie „die Fahrt ins Blaue“ und das „Blaue Wunder erleben“ zeugen von der grossen Bedeutung dieser alten Kulturpflanze. Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Lein fast vollständig von unseren Agrarflächen verschwunden. Erst in den vergangenen Jahren wurde diese aussergewöhnliche Kultur wieder in den Schweizer Ackerbau integriert.