Jorge Vasquez

Körnchen mit Power

Reich an pflanzlichem Eiweiss, Vitaminen, Ballast- und Mineralstoffen wie etwa Eisen, aber ganz arm an Fett: Linsen sind wertvoll für uns. Bis rund 8000 Jahre vor unserer Zeitrechnung datieren archäologische Funde im Nahen Osten die Linsenkultur. Braun, schwarz oder grün – erdig, nussig, aromatisch im Geschmack, anerbieten sich Linsen für vielseitige Rezepte in kalter oder warmer Küche. Vor dem Kochen brauchen sie kein Einweichen. Quellenlassen verkürzt jedoch die Garzeit und hilft Energie sparen.

Linse ledig sucht Partner
Die Linse ist bescheiden. Sie braucht wenig Nährstoffe und begnügt sich mit kalkhaltigem, magerem Boden. Doch diese Ackerpflanze aus der Familie der Schmetterlingsblütler ist zart. In Partnerschaft mit einer Stützfrucht, wie Leindotter oder Erbse zum Beispiel, kann sie einen dichten Pflanzenteppich gegen Unkraut bilden. Dies ist vor allem im Biolandbau ein Vorteil. Sind die Schoten der Linse dunkelbraun, ist sie erntereif. Erst nach dem Dreschen kommt das getrocknete Paar zur Trennung in den Siebreiniger. Eine erneute Reinigung ist danach nötig: Denn trotz aller Sorgfalt kann das Erntegut Steinchen oder Getreidekörnchen enthalten. Und auf unserem Teller soll die Linse lieber wieder ledig sein.


«Mit dem Hafer laufen sie hier immer»
Mit der grünen «Anicia», der schwarzen «Beluga» oder auch mit der «Braunen» haben Jorge Vásquez und Beatrice Peter im Zürcher Weinland Erfahrung. Nein, gemeint sind nicht ihre Pensionspferde, Ponys, Engadiner Bergschafe oder die Hühner. Es geht um ihre Linsenkulturen. Diesbezüglich sind das schweizerisch-peruanische Biobauernpaar Experten. «Wir haben zuerst Versuche mit Agroscope gemacht und verschiedene Mischungspartner ausprobiert, wie Leindotter, Gerste, Erbsen und Hafer; mit dem Hafer laufen sie hier immer», erzählt Jorge Vásquez. Für ihn hat die Linse nicht nur geschmacklich und ernährungsphysiologisch viel zu bieten, sondern auch agronomisch. «Sie bindet Stickstoff im Boden und hinterlässt ihn krümelig und gut zu bearbeiten.» Der Landwirt und Ökonom hat mit seiner Frau den Grüthof von den Schwiegereltern übernommen. Selbstbestimmt mit der Familie auf dem Land zu leben, erachten die Beiden als grosses Privileg. Mit ihrem gut bepackten Rucksack als Biologin ist Beatrice Peter neben administrativen Aufgaben auf dem Hof sowie als Mutter und Bäuerin auch als freie Beraterin für Naturschutz in der Landwirtschaft unterwegs.


Gut für den Boden, wertvoll für den Menschen
Die «gute Philosophie» in der Zusammenarbeit mit Biofarm schätzen Beatrice und Jorge. Ihnen gebe diese «Vertrauenspartnerschaft » auch eine gewisse Sicherheit: «Für unseren kleinen Betrieb sind Linsen spannender als Weizen, und die Wertschätzung der Konsumenten bei speziellen Nischenprodukten ist höher», betont die Bäuerin. Und ihr Mann fügt hinzu: «Die Kultur muss passen, die Pausen in der Fruchtfolge müssen eingehalten, Krankheiten gut beobachtet werden». Als Kind, an der peruanischen Nordküste, ass er sie oft – mit Reis, Spiegelei und Salat. An die Zufriedenheit und innere Freude der Menschen dort – auch bei grosser Armut – versucht er in der Schweiz stets zu denken: «Bei der Ernte feiern die Peruaner, aber hier ist dazu keine Zeit, denn jede Minute kostet.» Jorge, Beatrice und ihre beiden Mädchen jedenfalls strahlen Zufriedenheit und Freude aus. Und das wahrscheinlich nicht nur wegen dem Prachtswetter über dem Linsenacker bei Wildensbuch. 

Jorge Vasquez

Biofarmer und Linsenproduzent aus Wildensbuch

Produktion für Biofarm

Schweizer Braune Linsen
Schweizer Grüne Linsen
Schweizer Schwarze Linsen


Impressionen

  • Jorge Vasquez
  • Jorge Vasquez
  • Linsen und Hafer
  • Jorge Vasquez und Bernhard Billing
  • Familie Vasquez
  • Jogre Vasquez