Apfeldicksaft_Header_Einzigartig

Fruchtiges Geschwisterpaar

Wer sagt, dass Äpfel mit Birnen nicht zu vergleichen seien? Verbindet diese Spezies der Kernobstgewächse doch so manche Gemeinsamkeit. Beide schmecken hervorragend und bieten wertvolle Inhaltsstoffe. Sie sind mit wichtigen Vitaminen ausgestattet und stärken unser Immunsystem. Neben Phosphor, Kalium, Magnesium und Kalzium beispielsweise enthalten sie Pektine und Polyphenole, die gegen Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen. Sowohl aus Birnen als auch aus Äpfeln lassen sich feine Saftkonzentrate herstellen: Birnel und Apfeldicksaft. Lange vor der Einführung von Kristallzucker waren sie als Süssmittel beliebt und sichern sich als Delikatesse ihren Platz.

Süssen der besonderen Art mit Natur pur

Die Herstellung von Birnel oder Apfeldicksaft beginnt mit der Verarbeitung des reifen Obstes in der Presse. Sein Konzentrat wird aus dem Saft gewonnen, das in der Zentrifuge der Mosterei schonend verdampft. Nach der Filtrierung und Entsäuerung wird es auf die gleiche Dichte konzentriert wie Bienenhonig. Etwa gleich viele Kalorien wie dieser enthalten die Endprodukte, jedoch weniger als Kristallzucker. Zum massvollen Süssen von Tee, im Gebäck, zum Karamellisieren von Rüebli, als Brotauftstrich, in Joghurt, Quarkcremen oder Müesli zum Beispiel bieten Birnel und Apfeldicksaft eine Gaumenfreude der besonderen Art. Süsssauren Speisen verleihen sie eine würzige Note.

1000 Bäume für die Zukunft
Zusammen mit der Mosterei und Obstverwertung E. Brunner AG in Steinmaur ZH hat Biofarm im Jahr 2012 das Projekt «1000 Bio-Hochstamm-Birnbäume» lanciert. Langfristige ökologische und ökonomische Ziele sind damit verbunden: Zunehmend verschwinden die prächtigen Hochstammbäume aus unserem Landschaftsbild, die auch für Insekten und Vögel so wichtig sind. Das Pflanzen bewährter alter, aber auch die Selektion neuer Birnbaumsorten sollen Abhilfe schaffen. Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, in der Schweiz den schwindenden Rohstoff für Birnel und weitere gesunde Birnenprodukte zu sichern. Dies wiederum macht die Arbeit und den Verdienst für die Baumpflege durch die Biobauernfamilien wirtschaftlich lohnend und gibt auch dem traditionellen lokalen Obstverwertungsgewerbe Zukunftsperspektiven.

100 Jahre und mehr

«Es ist wie bei den Kindern: Was in den ersten zehn Jahren Gutes getan wird, ist ausschlaggebend für später», sagt Robert Brunner. Der Lebensmittelingenieur sorgt im Familienbetrieb für die Qualitätssicherung. Gemeinsam mit seinen Brüdern setzt er sich mit viel Fachkenntnis und Überzeugung auch für dieses Grossprojekt ein. In der dritten Generation betreiben die Brunners im Zürcher Unterland neben der Landwirtschaft die Wehntaler Obstverwertungsanlage als Bio Suisse Betrieb. Dazu gehört ein traumhafter Obstbaumgarten mit 200 verschiedenen Sorten. Der Urenkel des Süssmosterei-Pioniers Ernst Brunner weiss, dass es zehn Jahre guter Pflege braucht, bis junge Bäume die ersten Birnen tragen - und weitere fünf bis zehn Jahre bis zu lohnenden Ernten. «Dafür können esunde, robuste Bäume 100 Jahre und älter werden, wenn sie die richtige Pflege erhalten». Jährliche Treffen, Beratung durch Experten und Forschung ermöglichen einen fruchtbaren Austausch mit den Obstbauern. Das ist für den Erfolg unabdingbar. «Biofarm war Ende der 80er Jahre die einzige Kontaktplattform für uns», erinnert Robert Brunner, «und ihre faire Begleitung von der Rohstoffbeschaffung auf den Höfen über die Veredelungsschritte war und ist hilfreich.»